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Das Pilotprojekt zur Volkszählung von 1819

Der Ansatz des vom 1. Juni bis 31. Dezember 2006 arbeitenden Forschungsprojekts bestand in der Analyse und Interpretation des demographischen Wandels in Mecklenburg in einer breiten historischen Perspektive seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Im Projekt arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Historischen Instituts und des Instituts für Medienforschung / Arbeitsbereich Historische Geographie und Demographie der Universität Rostock, des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demographischen Wandels und des Fachbereichs Bauingenieurwesen an der Hochschule Wismar zusammen. Wichtige Kooperationspartner waren das Landeshauptarchiv Schwerin und das Stadtarchiv Schwerin. Das Projekt wurde gefördert aus HWP-Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Bundesrepublik Deutschland.

Inhalte und Schwerpunkte des Projekts

Das Pilotprojekt hat damit begonnen, eine – zunächst vor allem regional bezogene – historisch-demographische Forschung in Rostock zu etablieren, die in einer intensiven, interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Geschichtswissenschaft und Demographie sowie historischer Siedlungs- und Hausforschung bestehen soll. Konkret wurden innerhalb des Förderzeitraums bis zum 31. Dezember 2006 folgende drei Teilbereiche bearbeitet:

  • Es wurde ein Internetportal „Historische Demographie“ aufgebaut, in dem zum einen die erarbeiteten Projektergebnisse veröffentlicht wurden und das zum anderen kontinuierlich zu einem Knotenpunkt für historisch-demographische Forschungen in Nord- und Mitteleuropa weiterentwickelt werden kann.
  • Es wurden die Informationen zu ca. 65.000 Mecklenburgern aus der ersten Volkzählung im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin des Jahres 1819 in Datenbanken übertragen, über das Internet zugänglich gemacht, regional vergleichend ausgewertet und in einem Historischen Informationssystem aufbereitet.
  • Es sollen künftig Konzepte für eine langfristige Etablierung der Historischen Demographie in Rostock entwickelt werden. Hierzu wurden die internationale Forschung aufgearbeitet, die regionale Quellenlage recherchiert, mittel- und langfristige Forschungsinteressen formuliert und nationale und internationale Kooperationspartner gesucht.

 
 

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Die Volkszählung von 1819 im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin

„Volkszählungen erfassen und beschreiben den gesamten Bevölkerungsstand eines bestimmten Gebietes zu einem bestimmten Zeitpunkt quantitativ und qualitativ nach spezifischen individuellen Merkmalen.“ Zu dieser Universalität hinsichtlich der Aufnahme aller Personen und der Individualität bezüglich der namentlichen Registrierung, sollte nach modernem Verständnis die Simultanität der Datenaufnahme und die Periodizität einer regelmäßigen Wiederholung kommen. Die Gleichzeitigkeit der Zählung war nur schwer durchzusetzen, und zu einer Wiederholung kam es in Mecklenburg Schwerin erst in den Jahren 1866/67, dennoch sind die Volkszählungslisten von 1819 ein Quellenbestand von besonderer historischer Bedeutung.

Bildquelle: Landeshauptarchiv Schwerin
Bildquelle: Landeshauptarchiv Schwerin

Die deutschen Staaten des 19. Jahrhunderts sahen nur wenig Notwendigkeit darin, bevölkerungsstatistisches Material nach der Auswertung aufzubewahren, und so sind es im deutschsprachigen Raum vor allem das Thüringische Staatsarchiv in Meiningen und das Landesarchiv in Schwerin, die über annähernd vollständiges Material verfügen.

Bildquelle: Landeshauptarchiv Schwerin

Die Volkszählung von 1819 wird darüber hinaus hinsichtlich der Dichte ihrer Erhebung „mit an der Spitze der deutschen Volkszählungen“ stehend charakterisiert, und dass, obwohl Mecklenburg erst 1851 ein eigenes statistisches Büro erhielt.
 

Literatur: Matthias Manke, Die Volkszählungen des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin in den Jahren 1819 und 1867 unter Mitberücksichtigung der Volkszählung des Jahres 1866, in, Genealogie 27/3-4 (2005), S. 449-468.
 
 

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Warum wurde die Volkszählung vorgenommen?

Anlass gab die Militärverfassung des Deutschen Bundes, nach der die 41 einzelnen Bundesstaaten im Höchstfall 1,8% ihrer Bevölkerungszahl an Kontingentstruppen zu stellen hatten. Da konkrete Bevölkerungszahlen für beide Mecklenburg fehlten, ordnete Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg Schwerin am 18. Juni 1819 die Volkszählung an. Im kleineren M.-Strelitz war bereits 1817 gezählt worden, die Listen sind nicht erhalten. Landesherrliche Beamte, städtischer Magistrate, Ortsobrigkeiten und Gutsbesitzer erhielten die Anweisung, im August 1819 die Zählung vorzunehmen. Die Zähler hatten von Haushalt zu gehen und die Daten der dort lebenden Personen nacheinander zu erfassen. Dies nahm mehr Zeit in Anspruch als von herzoglicher Seite vorgesehen, und so verschob sich der Abgabetermin von Ende August auf Mitte November, dann auf Anfang Dezember. Die letzten Fragebögen gingen schließlich im Februar 1820 ein.
 
 

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Wie wurde gezählt?

Grundlage für die Zählung war ein detaillierter Vordruck, in dem der Reihe nach einzutragen war: Laufende Nummer; Ob männlichen oder weiblichen Geschlechts; Vor und Zunamen; Jahr und Tag der Geburt; Geburtsort; Kirchspiel, wohin der Geburtsort gehört, Stand und Gewerbe, Grundbesitz, Wie lange er schon hier ist, Ob ledig oder verheiratet, Religion und zusätzlich das Feld Allgemeine Bemerkungen. Aufgenommen wurden nacheinander alle am Zählort angetroffen Personen, doch auch vorübergehend Anwesende und Abwesende wurden, mit Ausnahme der Seestädte; aufgenommen, obwohl die Verordnung von 1819 dies nicht vorsah. So wurde beispielsweise in Güstrow über die Tochter des Glasers Martin Albrecht, Dorothea Albrecht, vermerkt, sie sei „einstweilen zum Besuch in Strelitz“ und umgekehrt verzeichnete der Zähler über Carolina Messin, geb. Ohden, sie halte sich, „um sich von ihrer Krankheit zu befreien“ bei ihrer Schwägerin, der Torschreiberwitwe Elisabeth Messin, geb. Kröger, in Güstrow auf. Von Seeleuten hieß es häufig „auf einem Schiff nach England“ und bei Soldaten finden wir die Angabe, wo sie stationiert waren, beispielsweise „Musketier bei der 3ten Compagnie des 2ten Bataillons“ und von Studenten dementsprechend „studiert in Marburg“. Die Zähler entwickelten, wie sich bei der Bearbeitung der Listen schnell herausstellte, jeweils einen eigenen ‚Stil’ der Aufnahme. Einige nutzten das Feld der Zunamen auch für die Geburtsnamen der Frauen, andere schienen das Feld Bemerkungen besonders gern zum Notieren von Zusatzinformationen zu nutzen. Gefunden wurden vereinzelt Angaben zum Gesundheitszustand, wie „an allen Gliedern gelähmt“ (Kl. Welzin), „liegt seit 6 Jahren auf dem Krankenbette“ (Gr. Brütz), „taubstumm“ (Parchim) oder gar „blödsinnig“. Doch auch Angaben, dass es sich bei Geschwistern um Zwillinge oder gar Drillinge handelte, wurden im Feld ‚Bemerkungen’ aufgenommen, wie ebenfalls die Tatsache, dass ein junger Mann „der Ernährer einer alten Mutter und 4 vaterloser Geschwister“ oder eine Frau „von ihrem Manne verlassen“ sei. Der häufigste Eintrag ist allerdings von den Pastoren vorgenommen worden, die die Angaben, wenn möglich, mit den Kirchenbüchern verglichen und bezieht sich auf uneheliche Kinder: Dann findet sich das vernichtende „spurius!“ oder weiblich „spuria!“ in den Bemerkungen. Diese zusätzlichen Angaben erhöhen den Quellenwert der Volkszählung von 1819 trotz ihrer Unregelmäßigkeit, wurden sie doch sonst in der Regel erst Ende des 19. Jahrhunderts in anderen Volkszählungen abgefragt.
 
 

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Vorgehen bei Unpünktlichkeit ?

Dem Herzog war an einer unverzüglichen Erledigung der Zählung gelegen, Verzögerungen wurden bestraft und der Landesexecutor meldete sich bei der betreffenden Gemeinde oder Stadt an. So geschah es auch der Festungsstadt Dömitz, die die Listen nicht pünktlich hatte abliefern können. Im Anschluss sind die Schreiben des Bürgermeisters und des Rates der Stadt an den Herzog wiedergegeben, die den Akten der Volkszählungsliste für Dömitz beigelegt sind. (LAS 2.21-4/4, Volkszählung 1819, Sign. 73, Stadt Dömitz.)
 

Allerunterthänigstes Frist Gesuch von Seiten Bürgermeister und Rat zu Dömitz

Allerdurchlauchtigster Großherzog, Allergnädigster Großherzog und Herr,

Auf Euer Königl. Hoheit hohen Befehl hat uns der dortige Executor Tolzien, wegen Einreichung der hiesigen Volckszählungslisten, unterm 14ten – et praes. den 17ten dieses auf 8 Tage verwarnt. Die einzige Ursache dieser Verspätung ist, daß es hier im Orte an tüchtigen und schnellen Abschreibern solcher Listen, welche mit dem 4ten Exemplar, so wir hier behalten, gegen 300 Bogen ausmachen, fehlet. Sollten Eure Königl. Hoheit das Resultat dieser Listen etwa auch für den künftigen Staats-Kalender bestimmt haben, so legen wir zu diesem Zweck die eine Abschrift allerunterthänigst hiebei an, wegen der beiden anderen noch fehlenden Abschriften ersuchen wir in der allertiefsten Unterwürfigkeit, Allerhöchstdieselben wollen huldvoll geruhen, uns noch einen 14tägigen, oder doch wenigstens eine 8tägige Befristung a die decreti zu bewilligen, die erkannte Execution bis dahin zu suspendieren, und dem dortigen Executor Tolzien das Behufige darüber zugehen zu lassen.

Wir zweifeln nicht an der allergnädigsten Erhörung unserer dringenden Bitte und ersterben in unbegrenzter Verehrung
Euer Königl. Hoheit
allerunterthänigst – treu gehorsamste Bürgermeister und Rat
Dömitz, den 20n Decbr. 1819
Vogel, Best, Bürger


Die Dömitzer bekamen bis zum 28. Dezember Aufschub. Bis dahin sollte die Exekution allerdings ‚sistiret’ (fortgesetzt) werden. Ende Dezember sandten die Dömitzer dann die fehlenden Abschriften an den Herzog:
 

Allerunterthänigste Einreichung des noch rückständigen 2ten und 3ten Exemplars der Volckszählungs Liste von Seiten Bürgermeistzer und Rat zu Dömitz

Allerdurchlauchtigster Großherzog,
Allergnädigster Großherzog und Herr,

Euer Königl. Hoheit übermitteln wir jetzt beigeschlossen das noch rückständige 2te und 3te Exemplar der hiesigen Volckszählungs Liste, bitten um allergnädigste Aufhebung der erkannten Execution, in derjenigen allertiefsten Verehrung, worin wir ersterben,
Euer Königl Hoheit
allerunterthänigst – treu gehorsamste Bürgermeister und Rat
Dömitz, 30ter Decbr. 1819
Vogel, Best, Bürger
 

Doch damit war der Fall für die Dömitzer keineswegs ausgestanden. Ein Exemplar war nicht unterschrieben und Bürgermeister und Rat hatten vergessen, die Absendung auch durch den Executor bescheinigen zu lassen. So mussten sie dem Herzog am 17. Januar 1820 mitteilen:
 

Allerdurchlauchtigster Großherzog,
Allergnädigster Großherzog und Herr,

Euer Königl. Hoheit remittierte uns unterm 28ten Decbr. v. J. et. praes. den 7ten dieses das eine Exemplar der hiesigen Volckszählungs Liste, wegen fehlender Unterschrift der Ehrn Prediger, mit dem allerhöchsten Notificatorio, daß die erkannte Execution auf 8 Tage a die decreti – also bis zum 6ten dieses sistiret worden. Wir besorgten nun jene Unterschrift sofort, und reichten die Volckszählungs Liste mit rückgehender Post wieder ein, so daß sie am 8ten dieses dort eingetroffen ist.
Wir glaubten nun, dem Executor Tolzien nur die Gebühren auf 2 oder 3 Tage schuldig zu sein, derselbe schreibt uns aber unterm 15ten dieses, daß die Execution noch nicht wieder aufgehoben worden, sondern immer ihren Fortgang hätte. Hier kann doch nur der Umstand eintreten, daß der Executor von der am 8ten dieser wircklich geschehenen Einsendung der Liste in der allerhöchst erforderten Beschaffenheit nicht benachrichtiget, die Execution nicht wieder aufgehoben worden, und also solche wider uns noch fortgesetzet wird.
Da wir nun aber unter den vorgedachten Umständen daran ganz unschuldig sind, indem wir schon am 8ten dieses dasjenige, was Eure Königl. Hoheit von uns verlangt hatten, allerunterthänigst geleistet haben: so ersuchen Eure Königl. Hoheit wir in der tiefsten Unterwürfigkeit,
Allerhöchstdieselben wollen die Execution sofort wieder aufzuheben, und dem Executor Tolzien das Behufige mit allergnädigster Bestimmung, auf wie viele Tage wir die Gebühren an ihn zu zahlen haben, zugehen zulassen geruhen. Wir können nicht glauben, daß die Execution deshalb fortdauern, weil das auch am 30ten Decbr. v. J. von uns eingesandte 2te und 3te Exemplar der Volckszählungs Liste von dem Prediger noch nicht mit unterschrieben worden, in dem Eure Königl. Hoheit uns solche bis jetzt nicht zurückgeschickt haben, mithin auch ohne unsere Schuld nicht haben unterschreiben lassen können. Sollte dies noch nothwendig sein: so bitten wir uns solche allerunterthänigst wieder aus, die Execution aber auf allen Fall huldigst aufhören zulassen.

Wir ersterben in der allertiefsten Verehrung Euer Königlichen Hoheit
allerunterthänigst – treu gehorsamste
Bürgermeister und Rat
Dömetz, den 17n Januar 1820
Vogel Best Bürger
 

Am 24. Januar wurde die Zwangsexecution endlich aufgehoben, allerdings mussten die Dömitzer die vollen Kosten bis zu diesem Termin dafür übernehmen, denn es sei „ihre eigene Schuld“, da sie es „unterlassen hätten, vor Absendung der Listen diese dem Executor vorzulegen.“

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Bearbeitung der Listen

Im Rahmen des Pilotprojektes wurden die Volkszählungslisten des Landesarchivs verfilmt und daraufhin über ein Filmlesegerät Kopien erzeugt, die bearbeitet werden können und die Urlisten schonen. Anschließend wurden die Rohdaten in eine Excel-Datenmaske eingegeben; diese gängige Software wurde gewählt, da sie auf den meisten Rechnern vorhanden ist und viele studentische Mitarbeiter ihre Daten via Netz von zu Haus eingaben. Vorab wurden gleichmäßige Konventionen und Variablen festgelegt, um ein einheitliches Datenmaterial zu erhalten, an dem dann anschließend mit anderen Programmen (u.a. SPSS, MapView SVG, ArcView, Canvas X) wissenschaftliche, statistische Auswertungen vorgenommen und in einem historisch-geografischen Informationssystem dargestellt werden können.

Die ersten Schwierigkeiten, die auftraten, betrafen die Haushalts und Familiengröße, die nicht in den Listen vermerkt sind und durch den heutigen Bearbeiter festgelegt werden mussten. Häufig wurde das Schema: Familienvorstand; Familie; Gesinde nicht eingehalten, sondern am Ende der Liste eines Dorfes fand sich ein unterschiedlich großer Annex von Personen, die am Tag der Zählung vielleicht nicht im Dorf waren und den Haushalten und Familien zu Beginn der Dorfzählung zugeordnet werden mussten. Weitere Unsicherheitsfaktoren bei der Zählung waren das Erinnerungsvermögen der Einwohner was ihren Geburtstag und -ort anging, Angaben wie „weiß nicht wann und wo geboren“ kommen durchaus vor und die Bewohner einiger Dörfer in Nordmecklenburg waren angeblich ausnahmslos an den festen Tagen Weihnachten, Neujahr, Ostern, Pfingsten, Johannis, Michaelis und St. Martin geboren. Neben dem Problem der uneinheitlichen, teilweise schwer nachzuvollziehenden Schreibweise von Ortsnamen tauchen gelegentlich auch ungenaue Zeitangaben der Anwesenheit an einem Orte auf, die als Rechengrundlage unbrauchbar sind. So heißt es in dieser Spalte hin und wieder: „hier geboren, dann auf Wanderschaft, jetzt wieder hier“ oder „seit früher Jugend“ und „seit mehreren Jahren“.

Trotz der auftretenden Ungenauigkeiten bleibt festzuhalten, dass die Volkszählungsliste von 1819 wegen der Dichte der Informationen und ihrer Seltenheit eine historische Quelle besonderen Ranges darstellt, die es uns erlaubt, auf dem Gebiet der historischen Demographie, der Bevölkerungs- und der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte u.a. Fragen zu Alter, der Berufs- und Geschlechterstruktur, Mobilität, Binnen- und Außenwanderung der mecklenburgischen Gesellschaft am Beginn der Moderne zu stellen.
 
 

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Verzeichnis der aufgenommenen Orte (Territorium und Ortsname)

  • Domanialamt Schwerin: Alt Meteln [Dorf und Hof Meteln]*
  • Domanialamt Ribnitz: Althagen
  • Domanialamt Ribnitz: Altheide, Forsthof
  • Domanialamt Schwerin: Bad Kleinen [Kleinen]*
  • Domanialamt Schwerin: Banzkow
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Barner Stück
  • Domanialamt Ribnitz: Barnstorf [Barnstorff]*
  • Domanialamt Ribnitz: Bartelshagen
  • Domanialamt Ribnitz: Baumhaus bei Landkrug
  • Domanialamt Ribnitz: Behnkenhagen [Beneckenhagen]*
  • Distrikt Wismar: Benz
  • Stadt Parchim: Bergrade
  • Distrikt Wismar: Bernittenhof
  • Domanialamt Ribnitz: Billenhagen, Forsthof
  • Domanialamt Ribnitz: Blankenhagen [Blanckenhagen]*
  • Domanialamt Schwerin: Böken [Boecken]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Böken, Dorf(Ant. Barn.St.) [Boecken]*
  • Domanialamt Schwerin: Boldela
  • Klosteramt Ribnitz: Bookhorst [Bockenhorst]*
  • Domanialamt Ribnitz: Brünkendorf
  • Domanialamt Schwerin: Buchholz [Bucholtz Forsthaus]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Cambs
  • Klosteramt Ribnitz: Carlewitz [Carlwitz]*
  • Domanialamt Schwerin: Consrade
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Cramon
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Cramonshagen
  • Domanialamt Schwerin: Dalberg
  • Domanialamt Schwerin: Dalliendorf [Dalliendorff]*
  • Domanialamt Schwerin: Dambeck
  • Stadt Parchim: Damm
  • Domanialamt Ribnitz: Dändorf [Daendorf]*
  • Distrikt Wismar: Dannenhusen [Dammhusen]*
  • Domanialamt Ribnitz: Dänschenburg
  • Ritterschaftliches Amt: Schwerin Diedrichshof
  • Domanialamt Ribnitz: Dierhagen
  • Domanialamt Schwerin: Drieberg, Dorf
  • Domanialamt Schwerin: Drieberg, Hof
  • Domanialamt Schwerin: Drispeth [Driespeth]*
  • Klosteramt Ribnitz: Ehmkenhagen [Emkenhagen]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Eulenkrug
  • Domanialamt Schwerin: Fähre [Fehre]*
  • Distrikt Wismar: Flöte
  • Domanialamt Ribnitz: Fresendorf (Dom. Anteil) [Fresendorff]*
  • Domanialamt Schwerin: Friedrichsthal
  • Domanialamt Schwerin: Gallentin [Hof Gallentin]*
  • Domanialamt Ribnitz: Gelbensande, Forsthof
  • Stadt Parchim: Gischow
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Goddin
  • Domanialamt Schwerin: Godern
  • Domanialamt Schwerin: Godern, Mühle
  • Domanialamt Schwerin: Goldenstädt [Goldenstaedt]*
  • Domanialamt Schwerin: Görries
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Görslow
  • Domanialamt Ribnitz: Graal [Dorf Grahl]*
  • Distrikt Rostock: Gragetopshof [Gragetorpshoff]*
  • Domanialamt Ribnitz: Gresenhorst
  • Domanialamt Schwerin: Grevenhagen
  • Distrikt Wismar: Gröningshof m. Mühle
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Groß Brütz [Großen Brütz]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Groß Eichsen [Großen Eixen]*
  • Domanialamt Ribnitz: Groß Freienholz
  • Distrikt Rostock: Groß Kussewitz
  • Domanialamt Schwerin: Groß Medewege [Grossen Medewege]*
  • Domanialamt Ribnitz: Groß Müritz
  • Domanialamt Schwerin: Groß Rogahn, Dorf [Großen Rogahn]*
  • Domanialamt Schwerin: Groß Rogahn, Hof [Hof Großen Rogahn]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Groß Trebbow (Anteil Barner Stück)
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Groß Trebbow (Anteil Kl. Trebbow)
  • Distrikt Wismar: Groß Wolterdorf [Groß Woltersdorff]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Grünenhagen
  • Stadt Güstrow: Güstrow, Stadt
  • Domanialamt Ribnitz: Harmstorf
  • Domanialamt Schwerin: Hasenholz [Haselholz]*
  • Domanialamt Schwerin: Herrensteinfeld [Hof Herrensteinfeldt]*
  • Distrikt Wismar: Hinter Wendorf [Hinter Wendorff]*
  • Domanialamt Ribnitz: Hirschburg [Hirschberg]*
  • Domanialamt Schwerin: Holthusen
  • Distrikt Wismar: Hornstorfer Burg [Hornsdorfer Burg bey Wismar]*
  • Domanialamt Schwerin: Hundorf [Hundorff]*
  • Domanialamt Schwerin: Insel Lieps
  • Domanialamt Ribnitz: Jahnkendorf
  • Domanialamt Schwerin: Jamel [Hof Jameln]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Jessenitz
  • Domanialamt Schwerin: Kalkwerder [Kalenwerder]*
  • Domanialamt Schwerin: Kaninchenwerder
  • Distrikt Wismar: Kartlow (Wism. Ant.) [Cartlow]*
  • Distrikt Rostock: Kessin
  • Stadt Parchim: Kiekindemark [Kieckindemarck]*
  • Domanialamt Schwerin: Kirch Stück [Kirchstück]*
  • Domanialamt Ribnitz: Klein Freienholz [Klein Freyenholz]*
  • Destrict Rostock: Klein Kussewitz
  • Domanialamt Schwerin: Klein Medewege [Hof Kleinen Medewege]*
  • Domanialamt Ribnitz: Klein Müritz
  • Domanialamt Schwerin: Klein Rogahn [Kleinen Rogahn]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Klein Trebbow
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Klein Welzin
  • Distrikt Wismar: Klein Woltersdorf [Klein Woltersdorff]*
  • Domanialamt Ribnitz: Klockenhagen
  • Distrikt Wismar: Klusburg mit Mühle
  • Distrikt Wismar: Klüssendorf, Dorf
  • Distrikt Wismar: Klüssendorf, Hof
  • Domanialamt Ribnitz: Kösterbeck
  • Domanialamt Schwerin: Krebsförden
  • Distrikt Wismar: Kritzowburg [Critzowburg]*
  • Stadt Kröpelin: Kröpelin [Cröpelin]*
  • Klosteramt Ribnitz: Kuhlrade
  • Domanialamt Schwerin: Lanckow
  • Domanialamt Schwerin: Lehmkuhlen
  • Distrikt Wismar: Lenensruhe [Lehnensruhe]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Liessow [Lissow]*
  • Domanialamt Schwerin: Lübesse [Luebesse]*
  • Distrikt Wismar: Lübsche Burg
  • Domanialamt Schwerin: Lübstorf [Alt Lübstorff]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Lübzin
  • Distrikt Rostock: Lütten-Klein [Kloster Gut L.-K.]*
  • Stadt Parchim: Malchow
  • Domanialamt Ribnitz: Mandelshagen
  • Distrikt Wismar: Martensdorf, Wism. Ant.
  • Stadt Parchim: Matzlow
  • Domanialamt Schwerin: Meteln, Hof
  • Domanialamt Schwerin: Mirow
  • Distrikt Wismar: Mittel Wendorf [Mittel Wendorff]*
  • Domanialamt Ribnitz: Mönchhagen
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Moorbrink [Moorbrinck]*
  • Domanialamt Schwerin: Mueß, Dorf
  • Distrikt Wismar: Müggenburg
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Mühlen Eichsen [Mühlen Eixen]*
  • Domanialamt Schwerin: Neu Lübstorf [Neu Lübstorff]*
  • Stadt Parchim: Neuburg
  • Domanialamt Ribnitz: Neuhof [Neuhoff]*
  • Domanialamt Schwerin: Neumühle
  • Domanialamt Ribnitz: Niehagen
  • Destrict Rostock: Niendorf [Niendorff]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Nienmark
  • Domanialamt Ribnitz: Oberhof [Oberhoff]*
  • Domanialamt Schwerin: Ortkrug
  • Domanialamt Schwerin_ Ostorf, Dorf [Ostorff, Dorf]*
  • Domanialamt Schwerin: Ostorf, Hof [Ostorff, Hof]*
  • Stadt Parchim: Paarsch [Parsch]*
  • Domanialamt Schwerin: Pampow, Dorf
  • Domanialamt Schwerin: Pampow, Hof
  • Distrikt Wismar: Papier- und Walkmühle
  • Stadt Parchim: Parchim, Wocken-, Kreutz- und Neuthorsche Heerdschaft
  • Domanialamt Ribnitz: Pastow
  • Domanialamt Schwerin: Peckatel [Peccatel]*
  • Domanialamt Ribnitz: Petersdorf mit der Meierei Wilmshagen [Petersdorff]*
  • Domanialamt Schwerin: Pingelshagen
  • Domanialamt Schwerin: Plate, Dorf
  • Klosteramt Ribnitz: Poppendorf [Poppendorff]*
  • Distrikt Wismar: Preensberg
  • Domanialamt Schwerin: Püsserkaten [Pussekathen]*
  • Domanialamt Schwerin: Rabensteinfeld [Rabensteinfeldt]*
  • Domanialamt Schwerin: Rampe
  • Domanialamt Schwerin: Rastow, Dorf
  • Domanialamt Schwerin: Rastow, Hof
  • Destrict Rostock: Riekdahl [Rickthal]*
  • Domanialamt Ribnitz: Roggentin
  • Stadt Parchim: Rom (u. Rote Mühle)
  • Klosteramt Ribnitz: Rookhorst, Meierei [Rockhorst]*
  • Ritterschaftliches Amt Schwerin: Rosenberg
  • Stadt Rostock: Rostock, Stadt
  • Domanialamt Ribnitz: Rostock-Wulfshagen [Hof u. Dorf Wulfshagen]*
  • Distrikt Wismar: Rotentor m. Mühle
  • Domanialamt Schwerin: Rugensee
  • Distrikt: Wismar Rüggow
  • Domanialamt Ribnitz: Sanitz
  • Stadt Parchim: Schalentin [Schalentiner Mühle]*
  • Domanialamt Schwerin: Schelfwerder
  • Stadt Schwerin: Schwerin, Altstadt, Neustadt, Domkapitel Bezirk
  • Domanialamt Schwerin: Schwerin, Auf dem Halse
  • Domanialamt Schwerin: Schwerin, Bischofsmühle und Spielthor
  • Domanialamt Schwerin: Schwerin, Schiffbauerei
  • Stadt Schwerin: Schwerin, Schloß und Schleifmühle
  • Stadt Schwerin: Schwerin, Vorstadt
  • Domanialamt Schwerin: Schwerin, Vorstadt (jenseits des Siechenbaums)
  • Stadt Schwerin: Schwerin, Zippendorf
  • Stadt Parchim: Slate
  • Distrikt Wismar: St. Jacobshof [St. Jacobs Hof und Ziegeley]*
  • Distrikt Wismar: Steffin
  • Stadt Parchim: Stralendorf [Gut Strahlendorff]*
  • Domanialamt Schwerin: Stralendorf, Dorf [Strahlendorff, Dorf]*
  • Domanialamt Schwerin: Stralendorf, Hof [Strahlendorff, Hof]*
  • Domanialamt Schwerin: Sülstorf [Sülstorff]*
  • Domanialamt Schwerin: Sülte
  • Distrikt Wismar: Triwalk, Dorf [Triewalk]*
  • Distrikt Wismar: Triwalk, Hof [Triewalk]*
  • Stadt Parchim: Trotzenburg
  • Distrikt Wismar: Viereggenhof m. Mühle
  • Domanialamt Ribnitz: Völkshagen [Volckshagen]*
  • Distrikt Wismar: Vorder Wendorf [Vorder Wendorff]*
  • Domanialamt Schwerin: Wandrum, Hof
  • Distrikt Wismar: Warkstorf [Warksdorff]*
  • Domanialamt Schwerin: Warnitz
  • Domanialamt Schwerin: Wickendorf
  • Domanialamt Ribnitz: Wilmshagen, Baumhaus
  • Distrikt Wismar: Wisch [Wiesch]*
  • Domanialamt Schwerin: Wittenförden, Dorf
  • Domanialamt Schwerin: Wittenförden, Fasanerei
  • Stadt Schwerin: Wodenhof [Wendischhof]*
  • Domanialamt Schwerin: Wüstmark [Wüstmarck]*
  • Domanialamt Ribnitz: Wustrow [Dorf Kirchdorf]*
  • Distrikt Wismar: Zarnekow
  • Klosteramt Ribnitz: Zepelin-Wulfshagen
  • Domanialamt Schwerin: Zickhusen (Forstgehöft)
  • Domanialamt Schwerin: Zickhusen, Hof
  • Domanialamt Schwerin: Ziegelwerder
  • Domanialamt Schwerin: Zittow
  • Güstrowscher-Recknitzer Militär Distrikt
  • Parchimscher Militär Distrikt
  • Rostocker Militär Distrikt
  • Schwerinscher Militär Distrikt
  • Warenscher Militär Distrikt
  • Wismarscher Militär Distrikt
     
     

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Online-Datenbank

Im Rahmen des Pilot-Projekts entstand auch eine Online-Datenbank. Diese enthält Informationen zu den 1819 aufgenommenen Einwohnern Mecklenburg-Schwerins und lässt sich bequem über eine Internet-Schnittstelle abfragen.
 
 

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Siedlungsstrukturen (Teilprojekt der Hochschule Wismar)

Untersuchungen zum Wandel der Siedlungs- und Baustruktur ausgewählter ländlicher Siedlungen

Im Mittelpunkt des Wismarer Teilprojekts stand die Frage nach den Auswirkungen demographischer Veränderungen auf die Siedlungsstrukturen. Der demographische Wandel im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern bildet sich in dörflichen Siedlungen in Randlage besonders dramatisch ab: Sie sind von der baulichen Aufwärtsentwicklung der Urlaubsgebiete (Küstenbereich und Seengebiete) bzw. der Einzugsbereiche der Ballungsräume Hamburg, Lübeck, Rostock und Schwerin/Wismar weitgehend abgekoppelt.

Der Rückgang der Einwohnerzahlen durch Wegzug und Sterbeüberschüsse führt zu erheblichen Leerständen im Baubestand. Zugleich sind viele dieser Siedlungen heute von umfangreicher erhaltenswerter Bausubstanz des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts geprägt. In ihrer Struktur zeigen sich noch heute unterschiedliche Formen früherer Grundherrschaft (Ritterschaft/Domanium) und unterschiedliche Siedlungsgrundrisse (Rundling/Angerdorf/Straßendorf). Entscheidungen über den zukünftigen Umgang mit diesen Siedlungs- und Baustrukturen können daher nicht getroffen werden ohne Kenntnis ihrer historischen Entwicklung. Diesem Zusammenhang ist in der Forschung bisher kaum Beachtung geschenkt worden, siedlungsgeschichtliche und siedlungsplanerische Fragestellungen bleiben in der Regel ohne Verbindung.

Im Zusammenhang mit dem an der Universität Rostock durchgeführten Pilotprojekt waren daher diese Siedlungen Gegenstand des Wismarer Teilprojekts. Das Projekt hat die Siedlungsentwicklung ausgewählter Dörfer in Randlage in den vergangenen 200 Jahren anhand historischer Karten und Pläne nachvollzogen und Empfehlungen für die zukünftige Entwicklung gegeben.

Im Jahre 2006 wurden zur Vorbereitung dieses Projektes folgende Arbeiten durchgeführt:

  • Sichtung von Archivalien, insbesondere historischen Ortskarten im Landesarchiv Schwerin, aus denen beispielhaft die Entwicklung von Siedlungsstrukturen abgeleitet werden kann
  • Besichtigung ausgewählter Siedlungen, in denen Bausubstanz des 18./19./frühen 20. Jahrhunderts bis heute erhalten geblieben ist, die für bauhistorische Untersuchungen und Dokumentationen genutzt werden kann und aus Sicht der Denkmalpflege erhaltenswert ist

Diese Arbeiten haben gezeigt, dass die Quellenlage für die einzelnen Dörfer und Regionen äußerst unterschiedlich ist. Dennoch liegt für zahlreiche Orte mit erhaltenswerter Bausubstanz umfangreiches Planmaterial vor, das für die o. g. Fragestellungen sehr gut geeignet ist (z.B.: Albertsdorf, Gallentin, Grieben und Groß trebbow).

Die folgenden Abbildungen zeigen beispielhaft die Entwicklung des Dorfes Gallentin:

1823: „Brouillon von dem im Großherzogl. Amte Schwerin belegenen Domanial Hofe Gallentin vermessen im Jahre 1823 von G. C. Ahrendt durch Krüger und H. H. Cossel“ (Auszug) - Bildquelle: Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V, Fachbereich Landesarchiv, Schwerin
1889: „Charte von der Hoffeldmark Gallentin Großherzogl. Domaine, Amts Schwerin. Nach der Rohrdantz'schen Copie von Gallentin de 1829 copiert im Jahre 1889 von O. Voss, Districts-Ingenieur (Auszug) - Bildquelle: Ebd.
1889: „Gallentin mit Insel Lieps Nr. 129/II. Angefertigt für die Reichsbodenschätzung nach der Karte VI von O. Voss aus dem Jahre 1889 und den im Felde aufgenommenen Änderungen. Schwerin im November 1938. Landesvermessungsamt ...“ (Auszug) - Bildquelle: Ebd.
2005: Ort Gallentin. Digitales Orthophoto, Bildflugdatum 3. April 2005 - Bildquelle: © Geobasisdaten (Karten und Luftbilder): Landesamt für innere Verwaltung M-V (LAiV-MV)

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