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Landes-Exzellenzförderprojekt 2009/2010: „A History of Aging Societies“

„A History of Aging Societies. Rostocker Forschungsverbund Historische Demographie“

Rostock hat sich in den letzten Jahren zu einem deutschlandweit führenden, auch international anerkannten Zentrum der demographischen Forschung entwickelt. Entscheidend dazu beigetragen haben das „Max-Planck-Institut für demografische Forschung“, demographische Forschungsschwerpunkte an der Universität Rostock sowie Kooperationsprojekte beider Institutionen.

Trotz vielversprechender Ansätze fand die Historische Demographie hingegen in Rostock, wie in Deutschland allgemein, vergleichsweise wenig Beachtung – gerade auch verglichen mit dem europäischen und amerikanischen Ausland, wo ihre Institutionalisierung teilweise weit fortgeschritten ist. Die bislang geringe Beachtung, die der Historischen Demographie in Deutschland zuteil wurde, ist bedauerlich – trägt doch die Kenntnis der langfristigen geschichtlichen Entwicklung und Bedingtheit von Bevölkerungsentwicklungen wesentlich zu deren Verständnis bei. Zudem ist die Historische Demographie ein hochgradig interdisziplinär angelegtes Fach, von dem wesentliche Impulse auch für andere Disziplinen ausgehen können.

Hier setzt das Landes-Exzellenzprojekt „A History of Aging Societies – Rostocker Forschungsverbund Historische Demographie“ an: Es untersucht den demographischen Wandel in einer breiten historisch-demographischen Perspektive. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Demographie und Geschichtswissenschaften ermöglicht es dabei, die demographischen Strukturen und Wandlungsprozesse der mecklenburgischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert umfassend zu untersuchen – womit ein wesentlicher Beitrag zur  Erforschung der Sozialstruktur von Mecklenburg-Vorpommern in historischer Perspektive geleistet werden soll. Das Projekt baut dabei auf den Ergebnissen des Vorgängerprojekts „Mecklenburg in der demographischen Transition des 18. und 19. Jahrhunderts“ auf, erweitert dieses aber in Fragestellungen und Datenbasis.

Der Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten liegt zunächst auf Mecklenburg-Vorpommern. Dieses gehört zu den am stärksten alternden Regionen Deutschlands – es wird daher oft als Laboratorium bezeichnet, in dem die mit der Bevölkerungsalterung verbundenen Probleme früher und stärker auftreten werden als in anderen Bundesländern. Langfristig sollen jedoch, gegebenenfalls in Nachfolgeprojekten, auch zusätzliche Datenbestände aus anderen Bundesländern und weitere Themenfelder der Historischen Demographie erschlossen werden, um so den Forschungsverbund national wie international zu vernetzen und die historisch-demographische Forschung in Mecklenburg-Vorpommern durch Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen zu einem international anerkannten Forschungsschwerpunkt mit Alleinstellungsmerkmal in Deutschland auszubauen.

Das Landes-Exzellenzprojekt wird als Kooperationsprojekt des „Lehrstuhls für empirische Sozialforschung und Demographie“ der Universität Rostock, des „Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung“ sowie des „Instituts für Medienforschung" an der Universität Rostock“ durchgeführt. Es besteht aus drei Modulen:

  1. Rekonstruktion der Bevölkerungsbewegung während der demographischen Transition im 19. Jahrhundert am Beispiel der Hansestadt Rostock (Modulverantwortlicher: Dr. Rembrandt Scholz)
  2. Die historische Entwicklung der Sterblichkeit in Mecklenburg (Modulverantwortliche: Prof. Dr. Gabriele Doblhammer-Reiter)
  3. Grundlagen des demographischen Wandels in Mecklenburg: Historische Analysen der Volkszählungen in Mecklenburg-Schwerin von 1819 und 1867 (Modulverantwortlicher: Prof. Dr. Stefan Kroll)

Kooperationspartner: Landeshauptarchiv Schwerin.

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